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Action! Planspiele in der Jugendbildungsarbeit Drucken E-Mail

actionLogo Verlag, 1993
Softcover, 104 Seiten
ISBN: 3-89522-010-8
EUR 14,80

 

Ein Grundlagenwerk über die theoretischen Grundlagen und die praktischen Einsatzmöglichkeiten von handlungsorientierten Planspielen.

Ein Planspiel ist ein Simulationsspiel zur Einübung von kommunikativen Verhaltens­weisen. Es versucht, problem- und sachorientiert, komplizierte und abstrakte Zu­sammenhänge durch eine vereinfachte Darstellung durchschaubar und nachvollzieh­bar zu machen. Probleme, die eine Entscheidung erfordern, werden kooperativ ge­löst.

Planspiele machen sichtbar, wie bestimmte Rollen innerhalb eines Systems funktionie­ren können oder müssen, wie z.B. gesellschaftliche, wirtschaftliche, juristische, so­ziale oder institutionelle Zwänge das Verhalten von Einzelpersonen und Gruppen be­stimmen.

Es gibt verschiedene Formen von Planspielen. Sie werden für die verschiedensten Ziel­gruppen organisiert: Militärs, Manager, Lehrer, Jugendgruppen.

Planspiele haben eine lange Geschichte. Bereits die alten Ägypter wendeten nach­weislich Planspiele an, um militärische Unternehmungen aber auch z.B. den Pyrami­denbau möglichst optimal vorzubereiten.

Die meisten der heute angewendeten Planspiele haben mit Spiel nur noch wenig zu tun. Zu Gunsten einer intensiven Steuerung des Spielverlaufs werden Spontaneität und Im­provisation weitestgehend eliminiert. Nur so können, wie viele glauben, „didaktische Erfolge“ realisiert werden.

Jörg Sommer präsentiert in seinem Buch einen völlig neuen Ansatz. In seinem, im Verlauf mehrerer Jahre ent­wickelten, handlungsorientierten Planspielkonzept, versteht sich die Planspielleitung ledig­lich als Impulsgeber. Was im Verlauf des Spielgeschehens, das vor allem handlungsorientierte Komponenten enthält, daraus wird, entscheidet sich bei jedem Planspiel neu. Das Ende ist offen und auch die Reflektion wird in spielerischer Weise durchge­führt.

Die beabsichtigten Lerneffekte (die weit über denen her­kömmlicher Planspiele liegen) werden zumeist erst dann bewusst, wenn die Plan­spielleitung in der zweiten Reflektionsphase darauf hinweist.

Diese Form von Planspielen können inhaltliche Diskussionen nicht ersetzen, aber sie können neugierig machen und dazu anhalten, sich ausführlicher mit einem Thema zu beschäftigen.

Gerit Kopietz & Jörg Sommer haben auf dieser Grundlage zahlreiche Planspiele entwickelt und Generationen von Planspielleitern ausgebildet. Zwischenzeitlich gibt es auf dem markt ein reichhaltiges Angebot von Planspielen für zahlreiche Bildungsthemen, die sich auf das vorliegende Konzept beziehen.