| Leserattentipp Nr. 7: Lesen heißt nicht Vorlesen |
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Lesen wird in der Schule geübt. Gerne auch durch Vorlesen. Und manche Pädagogen empfehlen gerade Eltern von leseschwächeren Kindern, sich zu Hause laut vorlesen zu lassen. Doch das kann eher kontraproduktiv sein. Denn Vorlesen ist Leistungsabfrage, wie Diktat, mündliches Rechnen oder Vorsingen. Erstens ist das Stress. Zweitens wird das Kind dabei gezwungen, sich auf Aussprache und Lesefluss zu konzentrieren, liest meist schneller als es seinem eigenen Tempo entspräche und nimmt vom Inhalt nur einen Bruchteil war. Lesen heißt Verstehen. Und wenn Lesen als entspanntes, positives Erlebnis wahrgenommen werden soll, dann muss das Kind die Möglichkeit erhalten, sein eigenes Lesetempo zu bestimmen, Textteile zu wiederholen, Denkpausen einzulegen. Das alles geht nicht beim Vorlesen. Deshalb sollten gerade Kinder mit Leseschwächen möglichst viel still lesen. Kontrolle, wenn sie denn sein muss, erfolgt am besten im anschließende Gespräch über das Gelesene. So wird gleichzeitig auch noch die Fähigkeit geschult, Aufgenommenes mit eigenen Worten wiederzugeben. |