| Leserattentipp Nr. 4: Anbieten statt Aufdrängen |
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Man kann Kinder zwar zum Lesen zwingen, aber nicht zwangsweise zu Lesern machen. Kinder lesen, wenn es von den Eltern angeordnet oder vom Lehrer als Hausaufgabe gestellt wird. Und sie lernen so ohne Zweifel die Lesetechnik. Die Liebe zum Lesen lernen sie so nicht. Die Liebe zum Buch ist wie die Liebe im wirklichen Leben: Man kann sie nicht bestellen, sondern nur Gelegenheiten schaffen. Lesegelegenheiten bestehen aus zwei Komponenten: Freie Zeit und verfügbare Bücher. Freie Zeit haben Kinder dann, wenn Fernsehen vernünftig dosiert wird (nicht mehr als maximal 2h täglich) und auch die sonstigen Aktivitäten wie Sport und Musik in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Die Faustregel: Jedes Kind sollte jeden Tag mindestens zwei Stunden unverplanter Spiel- und Lümmelzeit haben. Und genau hier kommen die Bücher ins Spiel. Überall im Haus kann und darf es Bücher geben. Natürlich im Kinderzimmer, aber auch im Wohnzimmer (wo leider allzu oft mehr DVDs als Bücher zu finden sind), erst Recht auf dem Klo. Alle Arten von Büchern erfüllen hier ihren Zweck: Sachbücher, Such- und Geschichtenbilderbücher, Lexika, Atlanten, gute Kinderzeitschriften. Jeder Zugang ist möglich, jede Gelegenheit günstig, um Interesse an Büchern zu wecken und dazu anzuregen, sich mit dem gedruckten Wort zu beschäftigen. In jüngster Zeit hat sogar manch eine Grundschule im Foyerbereich eine Leseecke eingerichtet - wird deren Bestand dann noch regelmäßig ausgewechselt, ist das eine feine Idee... |