Lesen ist eines unserer ältesten - und wichtigsten - Kulturgüter. Lesen fördert die Intelligenz, die Kreativität, die sprachliche Entwicklung, die Phantasie und auch die emotionalen Fähigkeiten. Wer Lesen durch Fernsehen ersetzt, der verdummt, wird geistig und gefühlsmäßig arm, hat Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten. Lesen, Sprechen und Denken hängen eng zusammen. Wird eines nicht ausreichend gefördert, leiden auch die anderen beiden Bereiche darunter.
In dieser Rubrik präsentieren die beiden bekannten deutschen Kinderbuchautoren Gerit Kopietz & Jörg Sommer in unregelmäßigen Abständen Tipps, Ideen, Medien und Spiele zur gezielten Leseförderung.
Immer wieder einmal ist hier ein neuer Beitrag zu finden. So entsteht im Laufe der Zeit eine kleine Materialsammlung zur Leseförderung in Familie, Schule oder Kindergarten, die eventuell auch eines Tages in Buchform erscheinen wird.
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Leserattentipp Nr. 1: Lesen statt Schenken |
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Der Königsweg zum Lesen ist keineswegs das Bücherschenken, sondern das
Vorlesen. Neben einem phantasieanregenden Programm bieten Vorlesestunden dem Kind zusätzlich noch die totale Aufmerksamkeit von Mama, Papa, der Erzieherin oder dem Lehrer.
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Leserattentipp Nr. 2: Lesen statt Schlafen |
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Kinder würden alles tun, nur um nicht ins Bett zu müssen. Vermutlich dürfte ihnen sogar der Hund des Nachbarn das Telefonbuch von Tokio vorlesen - Hauptsache, so lange bliebe das Licht an.
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Leserattentipp Nr. 3: Lesen statt Shoppen |
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Taschengeld ist eine feine Sache. Es erzieht zu mehr Selbstständigkeit, ist Grundlage der ersten Schritte in der modernen Konsumwelt und zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Finanzen und Verlangen gibt. Taschengeld ist also ein pädagogisches Werkzeug.
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Leserattentipp Nr. 4: Anbieten statt Aufdrängen |
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Man kann Kinder zwar zum Lesen zwingen, aber nicht zwangsweise zu Lesern machen. Kinder lesen, wenn es von den Eltern angeordnet oder vom Lehrer als Hausaufgabe gestellt wird. Und sie lernen so ohne Zweifel die Lesetechnik. Die Liebe zum Lesen lernen sie so nicht.
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Leserattentipp Nr. 5: Lesespaß mit dem Lesepass |
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Grundschüler lernen die Lesefertigkeiten unterschiedlich schnell, gut und gerne. Aber bis auf wenige Ausnahmen beherrschen sie die nötigen Lesefertigkeiten spätestens im Verlauf der dritten Klasse. Dann können die Kinder lesen. Wie aber werden aus lesenden Schülern lebenslange Leser?
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Leserattentipp Nr. 6: Orte für Worte |
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Gehen Sie selbst hin und wieder in ihre Bücherei? Erinnern Sie sich noch an Ihr ganz persönliches "erstes Mal"? Ein riesiger Raum (oder gleich mehrere) voller Bücher. Gespannte Stille. Leise schlurfende Schritte, verhaltenes Hüsteln. Und dann die Suche nach den Bücher, die einen interessieren. Die merkwürdigen Signaturen auf den Regalen. Alles ist so fremd, so beeindruckend ...
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Leserattentipp Nr. 7: Lesen heißt nicht Vorlesen |
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Lesen wird in der Schule geübt. Gerne auch durch Vorlesen. Und manche Pädagogen empfehlen gerade Eltern von leseschwächeren Kindern, sich zu Hause laut vorlesen zu lassen. Doch das kann eher kontraproduktiv sein.
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Leserattentipp Nr. 8: Nur ein Griff ins Regal |
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Lesen hat auch etwas mit Gelegenheit zu tun. Und Gelegenheit bedeutet: Bücher im Haus. Das ist in erstaunlich vielen Familien nicht bzw. nur in homöopathischen Dosierungen der Fall. Und in rund 70% aller Kinderzimmer findet sich kein Bücherregal.
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Leserattentipp Nr. 9: Die Leseparty |
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Lesenächte sind nicht unbekannt. Büchereien und hin und wieder auch engagierte Lehrer bieten solche Lesenächte an. Der Aufwand hält sich in Grenzen - manchmal gibt es Spiele und eine Vorleserunde, die meiste Zeit darf aber in mitgebrachten oder ausgeliehenen Büchern geschmökert werden. Was aber ist eine Leseparty?
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Leserattentipp Nr. 10: Comics versus Bücher |
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"Ich bin ja so froh, wenn mein Sohn überhaupt etwas liest!" - So oder ähnlich argumentieren viele Mütter, wenn ihr Nachwuchs mal wieder mit einem vollen Rucksack aus der Bücherei spaziert. Voll - mit Comics.
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Leserattentipp Nr. 11: Das Kino als Leseförderung |
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Es ist ein erstaunliches Phänomen, das wir Leseförderer nutzen sollten: Nahezu alle Kinder- und Jugendfilme beruhen auf Büchern. Bei Harry Potter ist das allgemein bekannt, in anderen Fällen kann es schon mal zu kuriosen Beobachtungen führen.
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